Mittwoch, 14. März 2012

Urwaldnächte

Wie ich glauben könnte, dass nach der Höhe der Anden, der Regenwald mir Schlaferleichterung bringen möge, ist mir eigentlich nicht begreiflich. Unsere Lodges sind kleine Holzverschläge und die Hitze des Tages sammelt sich unter dem Wellblechdach, so dass es abends gar nicht mehr auszuhalten ist. Geschätzte 40 Grad erwarten einen unter seinem Moskitonetz, das selbst auch nicht zum Sauerstoffgehalt beiträgt.
Also gehe ich spät ins Bett, damit die Luft abkühlt. Die Außentemperatur pendelt sich bei geschätzten 35 Grad ein. Und das alles bei einer Luftfeuchtigkeit, die in Hamburg im Radio sicher schon als „Regenwahrscheinlichkeit 100%“ durchgegeben würde.
Ich atme flach in dem engen Bretterverschlag, unter dem heißen Wellblech, unter dem stickigen Moskitonetz auf einer kratzigen Decke und einer harten Matratze. Flach und ruhig. Kein Windhauch, kein Ventilator. So könnte ich vielleicht Schlaf finden. Denke ich. Hoffe ich. Ich trinke Wasser und noch mehr Wasser. Ich schwitze und atme flacher. Dann springe ich auf.
Sieben Minuten habe ich durchgehalten. Ich streiche das Moskitonetz zur Seite und flüchte aus meinem Apartment. Draußen! Ich spüre einen kleinen Luftzug und wandere umher. Meinetwegen wandere ich die ganze Nacht. Mit der Kopflampe auf der Stirn böte ich dem „Cock of the rock“ wenigstens äußerlich paroli. Plötzlich erfasst mein Kopflampen-Lichtkegel meine Rettung. Wie eine Vision baumelt dort, direkt am Ufer zwischen zwei Pfeilern - eine Hängematte. Einfach so. Ein sanfter Wind streichelt meine Haut und ich lasse mich hineinsinken. Sie schaukelt leicht und ich bin glücklich. Was für ein Geschenk! Drei Nächte werde ich so unterm gewaltigen Sternenhimmel glücklich in den Urwald hineinträumen.

Urwaldlodge

Wasserstelle

Unsere Zimmer

wunderschön

für sieben Minuten meine Nachstätte

grün




wunderbare Urwaldnächte



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