Mittwoch, 19. Oktober 2011

Tanken als Genuss

Ein Dihram ist etwa 0,20 € und eine britische Galone etwa 4,6 Liter. Man lasse sich folgendes Bild und Benzinpreis auf der Zunge zergehen.

Rechnet selbst und träumt...




Aus dem Hamburger Abendblatt

Habe erfahren, dass letzte Woche ein wirklich freundlicher Artikel im Abendblatt über mein Sabbatjahr erschienen ist... Hoffe der Link führt Euch zum kompletten Artikel

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article2052855/Sabbatjahr-Eine-Auszeit-vom-Alltag.html

Dienstag, 18. Oktober 2011

Durch die Wüste nach Hatta

Danas WM-Partnerland 2006
Sagte ich eigentlich schon, dass mich geografische Punkte reizen? Die Fahrt durch die Wüste nach Hatta trat ich nur aus einem einzigen Grund an: Zur Fußball- Weltmeisterschaft 2006 organisierte die Hamburger Sportjugend für die „Streetfootballworld" das Turnier „Partnerschulen der Fußball-WM" alle 204 Nationen wurden damals an Schulen in Deutschland verlost. Meine eigene Schule wurde „Indien" zu gelost und der indische Botschafter besuchte uns – was für ein Presserummel.
Das war sehr großartig. Aber ich kann mich noch sehr genau an das lange Gesicht meiner Schwester Dana erinnern, die mit ihrer Pinneberger Schule weniger Glück hatte. Sie zog „Oman". Nun ist der Oman sicher ein wunderbares Land, aber eine Projektwoche über den „Oman" zu machen, einen Urlauber zu finden, der Reiseeindrücke schildern könnte oder womöglich eine immigrierten Omani in Hamburg aufzutun, waren ungleich schwerer als Gleiches mit Indien zu veranstalten.
Ich bewunderte Danas Gleichmut, ihre Kreativitaet und ihre Bemühungen alles rund um den Oman herauszufinden ueber zwei Jahre lang (so lang ging dieses Projekt).
Nun war Zeit zurückzuzahlen oder um es kurz zu machen: Ich fuhr an diesem Tag nach Hatta durch die Wüste, weil die Transitstrecke durch den Oman führte und ich kein Visum brauchte.
Die kleine Stadt Hatta war dann leider auch nachträglich keine bessere Rechtfertigung, als die Strecke zu fahren um seiner Schwester, die bei der Fußball-WM 2006 mit ihrer Pinneberger Schule den Oman als Partnerland gezogen hatte, eine Freude zu bereiten.
Doch damit tue ich Hatta doch etwas Unrecht. Diese Beschreibung ist naemlich der Tatsache geschuldet, dass ich in Hatta auf Toilette musste und es einfach keine gab, ich mich verfuhr in einem Imbiss anhielt eine Cola kaufte und auf Toilette gehen wollte, der Imbiss aber keine Toilette hatte und ich durch die Cola noch mehr „musste".
Irgendwann kaufte ich ein Museumsticket und ging im Freilichtmuseum bei geschätzten 50 Grad im Schatten in praller Mittagshitze auf Toilette, die (man kennt dort seine Touristen) erst im Zentrum des Freilichtmuseums zu erreichen war.
Und dann fand ich noch in einem (also eher: in dem) Supermarkt zwei kleine Töpfe für umgerechnet 3 Euro, die ich unter großer Voraussicht für die kanadischen Seen kaufte, wo ich etwas fürs Lagerfeuerkochen benötigte (auch unter der Voraussetzung, dass mir Emirates rund 40 Kilo Gepäck genehmigten). Das war gut und ich kann ohne zu Lügen sagen: Wenn Eure Schwester mit ihrer Schule für eine Fußball-WM im eigenen Land das Partnerland Oman zugelost bekommt und ihr außerdem zwei Töpfe für das Lagerfeuerkochen in Kanada benötigt, dann lohnt sich die Fahrt nach Hatta uneingeschränkt!

Das Museum ist übrigens klasse. Besonders in der Mitte!



Keine Toilette in Hatta



Museum bei 50 Grad im Schatten


Nach dem Klogang



Wadi - das hatte ich in der Schule Klasse 5.
Niemals Zelten im Wadi hiess es damals


Toepfe kauft man prima in Hatta (hier ein Bild aus Kanada,
wo sie im Einsatz waren)

Der Oman

Manchmal ist eine Toilette wie Gold!


Vorsicht!

Stimmt!

Lust auf tsumbel? Libanesisch essen...

ein bisschen tsumbel oder grussma
 oder einfach nur eine Gemueseplatte
Libanesisch Essen – ein Weißkohl, 2 Tomaten, 2 Gurken und nun?

Das mit den Restaurants ist ja immer so eine Sache auf meiner Reise. Dieses Mal habe ich mein lederbezogenes Gourmetkritiker-Tagebuch daheim gelassen und probiere libanesische Küche in Dubai. Der freundliche Kellern kommt an meinen Tisch und spricht mit mir.
Also, eigentlich spricht er zu mir, denn ich verstehe kein Wort. Ich nicke, sehe aber vermutlich so planlos aus, dass er begreift, dass ich vermutlich kein Wort verstehe.
Er spricht langsamer und ich entdecke in einzelnen Satzfetzen, dass er vermutlich Englisch mit mir redet. Davon irgendein Wort zu verstehen bin ich allerdings noch immer meilenweit entfernt.
Ich höre nur „Kebab" und nicke, ich höre „grhhx" oder so ähnlich und nicke, ich höre „salad" und nicke, ich höre „grussma" und schüttel den Kopf, denn ich finde, dass drei Dinge nun wirklich genug zum Essen sind und so richtig Lust auf "grussma" habe ich eigentlich gerade nicht...
Er fragt mich, ob ich wirklich kein „grussma" möchte, nun hört sich das „grussma" allerdings ein bisschen wie „tsumbel" an... Ich schüttel den Kopf. Ich mag kein „tsumbel" zum Fleisch, zum Salat und auch nicht zum „grhhx".
Er schaut mich fragend an und versichert mir, dass „tssussa" aber wirklich großartig schmeckt. Ich frage mich was „tssussa" denn nun mit dem „tsumbel" zu tun hat und bestelle es. Er lächelt. Ich lächle. Wir sind beide glücklich. Das finde ich schoen.
Als erstes wird eine Deko-Schale auf meinem Tisch platziert. Eine Tomate, ein halber Kohl, ganze Paprikas, zwei Radieschen, Frühlingszwiebeln und eine komplette und und ungeschälte Zitrone. Ich mache mir noch keine Gedanken und schaue weiterhin in der Gegend rum. Irgendwann fällt mein Blick eher zufällig auf die Dekoschale. Könnte diese dekorative Ansammlung von Gemüsen irgendwie ein „tsumbel", „grussma" oder auch ein Salat sein? Ich fixiere das Schälchen: Sieht so etwas Unaussprechliches aus? Die Karotten sind geschnitten, der Rest nicht. Ich würde es essen. Aber was sagt der Kellner, wenn ich mich einfach über eine Deko-Schale hermache?
So schauen wir uns gegenseitig an. Ich die Deko-Schale, die Dekoschale mich (passiert hier noch was?) und der Kellner uns (also mich und die Dekoschale)... Dann überwinde ich mich und winke ihn heran. „Äh sorry, what have I to do with this?" - Die Antwort überzeugt mich nur halbwegs. Ich habe irgendwie verstanden, dass ich das „grumbel" zu schneiden und zu essen habe, so ganz sicher bin ich mir dabei allerdings nicht. Ich schneide vorsichtig an dem halben Kohl. Wie auf ein Signal bringt mir der Kellner Kichererbesenpüree und Salat. Das macht mich stutzig, denn wenn „Salad" „Salat" war, was ist dann das vor mir?

Ich schneide weitere kleine Stück von den Gemüsen ab und beginne sie ins köstliche Kichererbsenmus zu tunken. Immerhin kommt ja gleich noch Kebab. Dann wird eine Schale mit warmen Gemüse an meinen Platz gebracht. Ich zähle nach: Kebab+Salad+grhhx+tsumbel (oder grussma) = 4 Dinge. Vor mir stehen: Salat, Dekosalat oder Gemüse, Kichererbsenpüree und warmes Gemüse = 4 Dinge. Dazu noch Brot.
Ich frage mich kurz, ob meine Mutter mit im Spiel ist: „Junge, du musst auch Gemüse essen" und nehme mein Schicksal in die Hand. Ein Löffel warmes Gemüse, eine Gabel-Salat, ein Stück Rohkost in Kichererbsenpüree. Ich fühle mich verpflichtet einen guten Eindruck zu machen und esse alles auf – bis auf die Zitrone.
Ich fühle mich gut, ich fühle mich gesund – aber nächstes Mal nehme ich wieder mein Lederbuch mit.

Das komplette libanesische Werk

Und ich ohne Kebab


Auf dem Dach der Welt


Ein komplettes Foto? Unmoeglich!
Die Uhr stoppt bei 1.09 Minuten, exakt. So exakt wie die japanische Digitaluhr meines Fahrstuhl-Mitreisenden eben zu gehen vermag. 1.09 Minuten und wir sind auf dem „Dach der Welt". Nicht im Himalaya – aber fast. Unser Ziel: Das Himalaya der Gebäude: Der
Mit 830 Meter, das höchste Gebäude der Welt. Die Aussichtsplattform auf "lächerlichen" 420 Metern gelegen. 124 Stockwerke in 1.09 Minuten. Ich finds unglaublich und kanns noch immer nicht begreifen, dass ich oben sein soll, als sich die Fahrstuhltür öffnet. Aber was heißt auch oben. Noch gut 100 Stockwerke liegen über uns und dennoch bin ich überwältigt. So schaue ich auf die winzigen Straßen der Stadt und bin so hoch in einem Gebäude wie nie vorher in meinem Leben.
Wieder hat mich Dubai „gekriegt".

Bilder vom „Dach der Welt"

qed

Besser in der Animation

als Modell

1.09 Minuten auf 124 Stockwerke

Ausblicke




Der Mond über Dubai


Herbsturlaub

Liebe Freunde, in den letzten drei Wochen durfte ich den kanadischen Herbst in seiner urspruenglichsten Form erleben...

Im Kanu durchquerte ich den Algonquin-Nationalpark.

Dort gab es weder Handyempfang, Internet und noch nicht einmal Strom.

Und das war wirklich grossartig!

Nun werde ich die kleinen Dubai-Reste und das ganze grosse Kanada-Erlebnis aufarbeiten. In den naechsten Tagen finde ich sicherlich wieder viele WiFi-Stationen, so dass dem taeglichen Lesevergnuegen nichts im Wege steht.

Fuer alle, die es interessiert - ich habe einen Termin fuer meinen "Urlaub vom Urlaub in der Weihnachtszeit". Ich werde am Freitag, den 9.12.2011 um 22.50 Uhr in Hamburg landen. Der 35 stuendige Flug, den ich dann in den Knochen habe, ist allerdings einen eigenen Blogeintrag wert. Ich fliege von Quito nach Guyaquil von dort nach Madrid von dort nach Palma de Mallorca und von dort nach Hamburg... Flugkosten: 350 Euro...

Sachen gibts

Ales Liebe
Bjoern

Sonntag, 2. Oktober 2011

Kurz vor der Verhaftung!

Was für eine dumme Idee: „Die 400 Meter“, dachte ich mir „schafft man nun auch wirklich mal zu Fuß!“.
Blick durchs "Schaufenster" auf die Pisten
Völlig schweißgeflutet komme ich im Einkaufszentrum „Mall of the Emirates“ an. Es ist zwar nicht das größte Einkaufszentrum dafür hat es täglich 20 000 Quadratmeter Neuschnee, fünf Skipisten und eine Rodelbahn. Ich finde ja schon die Skianlange in Bispingen etwas merkwürdig, wenn man durchs große Panoramafenster auf die Lüneburger Heide blickt, während man mit Schneeschuhen aus dem Indoorlift aussteigt... Aber Mitten in der Wüste?

Zur Skihalle

Für Quatsch bin ich zu haben. Den Quatsch muss ich mir angucken. Jetzt gerade kann ich leider nicht gucken, weil der Schweiß meine Augen verklebt bzw. dauernder Schweißfluss von oben nach unten strömt. Es hört nicht auf und mit letzter Kraft rette ich mich ins Einkaufszentrum. Sofort gefriert der Atem und gefühlte Eiskristalle rieseln von der Stirn. Die Klimaanlage kühlt die 45 Grad in einem halben Meter auf rund 20 Grad runter. „So sieht also die Mall of the Emirates aus“. Die Restaurants machen sofort klar worum es geht: St.Moritz und Aspen grüßen als Gourmettempel-Namen. Und dann sehe ich sie: Die einzige Skipiste des Mittelasiens. Durch ein riesiges Schaufenster kann man aus der Mall in die Halle gucken, wo Turbanträger und Fotoapparat-Umhängte-Asiaten Erinnerungsfotos knipsen und ein paar Abfahrten runterwedeln.

Ich bin sprachlos und in diesem Moment ist mir völlig klar, was das Scheichtum Katar meinte, als es bei der Bewerbung für die Fußball-WM sagte: „Wir kühlen die Stadien von den sommerlichen Wüstentemperaturen runter – auch die Fußgängerzonen und Zugangswege zu den Stadien!“

Sie meinte es ernst: Sie kühlen es runter. Wenn nötig Alles! Auch auf Minusgrade.

Zurück nehme ich die Bahn für die 400 Meter und steige einfach ein. Drinnen spreche ich mit einem kleinen Kind im Kinderwagen. Plötzlich stehen zwei Polizisten neben mir. Ich zeige meine Fahrkarte, aber sie sind nicht zufrieden. Sie packen mich rüde und zerren mich in einen anderen Wagen. Ich bekommen kurz Angst, aber wehre mich nicht: Entführung? Verhaftung?

Verfehlung! Ich bin ins Frauenabteil des Zuges gestiegen (hab mich schon gewundert warum so viele Frauen dort ein Kopftuch trugen).
Jetzt läuft der Schweiß wieder! Diesmal vor Angst, dass die Polizisten mich wirklich mitnehmen. Sie erklären mir das mit dem Frauenabteil ganz genau (Es ist erstaunlicher Weise nur für Frauen!) und belassen es bei einer Ermahnung.

Was für ein Vormittag.

Skitourismus ist wirklich gefährlich!


super Idee bei 45 Grad zu Fuß zu gehen
eingängige Kaffeehaus-Kette
Rodelbahn in der Wüste
Kurz aus dem Büro auf die Piste
U-Bahn-Stationen vollklimatisisert
Schwitzen tut man trotzdem
Vor Angst, wenn man ins falsche Abteil gestiegen ist!